Nepal: Durch Judo gewachsen

17.11.2023

Judokas auf der ganzen Welt träumen davon, wenigstens einmal in ihrem Leben zum internationalen Judo-Seminar nach Japan eingeladen zu werden, das jährlich vom Kodokan International Judo Center angeboten wird. Für Devaki Shrestha aus Nepal ist der Traum dieses Jahr Realität geworden: Vom 10. Oktober bis zum 6. November durfte die 21-jährige die Judo-Föderation Nepal in Tokyo vertreten – eine Premiere in der Geschichte des nepalesischen Judo-Verbandes!

Devaki lebte als Kind mit ihren zwei Geschwistern bei ihrem inhaftierten Vater im Gefängnis, bevor sie mit sechs Jahren in das Kinderheim der Organisation Prisoner’s Assistance Mission (PAM), einem Partner der GLS Zukunftsstiftung Entwicklung, in Nepals Hauptstadt Kathmandu kam. Dort wuchs sie auf. Über PAM bekam sie erstmals Zugang zu Judo. Schon bald fing sie Feuer für den japanischen Kampfsport. Sie trainierte hart und gewann bereits als kleines Kind zahlreiche Preise und Medaillen.

Mit achtzehn Jahren bewarb sich Devaki bei der Polizei in Kathmandu, wurde jedoch mit der Begründung abgelehnt, ihre Körpergröße von 1,54 Meter sei nicht ausreichend für eine Tätigkeit als Polizistin. So blieb sie beim Judo. Mittlerweile trainiert Devaki nicht nur sich selbst, sondern auch andere PAM-Kinder, die hier, wie sie selbst einmal, die Gelegenheit bekommen, über sich hinauszuwachsen und selbstbewusst Größe zu zeigen. Und wer weiß, mit einer Trainerin wie Devaki wird die Judo-Föderation Nepal möglicherweise noch oft Gelegenheit bekommen, Mitglieder nach Tokyo zu entsenden.

Die Erfolge im Judo zeitigen noch einen weiteren Effekt: Heute sind die Kinder von PAM hoch angesehen in ihrer Nachbarschaft.

Wie Sie die Arbeit von PAM und Devaki Shrestha unterstützen können, erfahren Sie hier:

Judo eröffnet Räume

Mehr zu PAM

Ziel von PAM ist, Kindern von Strafgefangenen ein Zuhause zu geben und ihnen Grundlagen zu vermitteln, damit sie in einer durch das Kastensystem geprägten Gesellschaft einen eigenständigen Weg gehen können.
Durch die erfolgreiche Einrichtung eines Judo-Programms im Jahr 2008 wurde den Kindern und Jugendlichen von PAM die Möglichkeit gegeben, Teilhabe und Anerkennung zu erfahren. Der Erfolg dieser Initiative hat sich durch die soziale Integration in der Schule und in der Nachbarschaft, durch die Öffnung von beruflichen Perspektiven, auch bei Polizeibehörden und durch zahlreiche Preise und Medaillen in nationalen wie internationalen Judo-Meisterschaften gezeigt.
Zurzeit leben 28 Kinder im Kinderheim Nestling Home; betreut werden sie von vier Erwachsenen. Die Kooperation mit der Zukunftsstiftung Entwicklung begann 2002 mit einer Unterstützung für den Bau des Heimes.

Die nepalesische Schriftstellerin und Aktivistin Bishnu Kumari Waiba (Künstlername Parijat) setzte sich für das Leben der Kinder von Strafgefangenen ein. 1991 gründete sie dafür Prisoners‘ Assistance Mission (PAM), um Kindern von Inhaftierten zu helfen. 2002 baute PAM ein Heim in Nepals Hauptstadt Kathmandu, um ihnen ein familiäres Zuhause zu ermöglichen. 2004 übernahm Dr. Narayan Kaji Shrestha als ehrenamtlicher Leiter die Organisation. Mit viel Hingabe, Geduld und der Überzeugung, dass alle Menschen Erfolg und Selbstbewusstsein erreichen können, wenn sie Anerkennung erleben und ihre Talente entfalten dürfen, begleitet er die Kinder und Jugendlichen des Heimes.

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