Frieden durch Begegnung

28.04.2023

Sebastian Maina weiß, was es bedeutet, hungrig zu sein. Deshalb wurde er Landwirtschaftsberater, um Lebensmittel anbauen zu können. Er bekam Unterstützung aus seiner Gemeinschaft, damit er zur Schule gehen und später studieren konnte. Sein Wissen brachte er in die Gemeinschaften zurück, damit alle genug zu essen haben sollten.

Seinen Weg wollte Sebastian auch anderen Kindern in Kenia ermöglichen. Deswegen fördert er heute mit seiner Organisation Youth Action for Rural Development, YARD, mehr als 4.400 HIV/Aidswaisen auf unterschiedliche Art und Weise.

So begründete er das Maruge Zentrum. Das Zentrum vermittelt in Konflikten zwischen den Massai, die in Kajiado leben und den Kikuyu, die in Kiambu leben. Die Massai leben vorwiegend als Halbnomaden. In der Region Kiambu sind die Kikuyu zumeist in der Landwirtschaft tätig. Zwischen den beiden Gemeinden kommt es immer wieder zu Konflikten, weil das Vieh der Massai Pflanzungen und Ernten der Kikuyu zerstört. Oft enden diese Konflikte mit Gewalt und Leid.

Ziel des Maruge Zentrums ist es, diese Konflikte zu überwinden. Kinder beider Volksgruppen haben hier die Möglichkeit, wichtige Lebenskompetenzen zu erlernen. Sie spielen und lernen zusammen. Sie bekommen Gelegenheit, sich in die Kultur, Sprache und Gebräuche der jeweils anderen Volksgruppe hineinzuversetzen. So entstehen Freundschaften jenseits ethnischer Grenzen. Die Begegnungen leisten einen wichtigen Beitrag zum Frieden in der Region.

Dieses Video ist eine Produktion unserer Partner und in Eigenregie entstanden. Die deutsche Übersetzung wurde von Olaf Reitz und Studio Kurzwelle auf ehrenamtlicher Basis eingespielt. Die GLS Zukunftsstiftung Entwicklung dankt für diese Unterstützung.

Die Arbeit von YARD wird seit 2006 von der GLS Zukunftsstiftung Entwicklung gefördert.

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Mehr zu YARD

Sebastian Maina Wambugu ist Gründer und Leiter der Organisation Youth Action for Rural Development (YARD Kenya) und verfügt über mehr als 28 Jahre Erfahrung in der gemeindebasierten Entwicklungsarbeit in Kenia. Er stammt selbst aus einfachen Verhältnissen und hat sich mit großem persönlichem Einsatz eine umfassende Ausbildung erarbeitet. Dazu zählen Qualifikationen in nachhaltiger Landwirtschaft, ein Studium im Bereich Entwicklungsmanagement sowie ein Diplom als psychologischer Berater.

Ein besonderer Schwerpunkt seines Engagements liegt auf sozialer Verantwortung innerhalb ländlicher Gemeinschaften: Sebastian Maina Wambugu unterstützt ein Netzwerk von Bäuerinnen und Bauern, die Waisen aus ihrem Umfeld als Pflegekinder aufgenommen haben und ihnen neue Perspektiven eröffnen. Dabei verfolgt er das Ziel, Menschen in ländlichen Regionen zu befähigen, ihre Lebensbedingungen eigenständig und nachhaltig zu verbessern.

Seine Arbeit ist geprägt von der Überzeugung, dass Entwicklung dann wirksam ist, wenn sie von den Menschen vor Ort getragen wird und ihnen Wege zur Selbstverwirklichung eröffnet.

Youth Action for Rural Development (YARD) ist eine gemeinnützige Organisation, die Sebastian Maina Wambugu mit seinen Mitstreiter*innen 1998 gründete. YARD ist seit Aufnahme der Zusammenarbeit im Jahr 2004 ein enger Partner der GLS Zukunftsstiftung Entwicklung. Die Organisation befindet sich im Lower Gatanga Sub-County in Zentralkenia und trägt zur Verbesserung des Lebensstandards der Gemeinden bei. Sie richtet sich speziell an elternlose Kinder und Jugendliche sowie an ältere Menschen, meist Frauen, die sich um Waisen und von HIV/AIDS betroffene Kinder kümmern. Die Organisation fördert insbesondere Frauen auch auf Gebieten wie organischer Landbau, Saatgut-Erhalt, Energieeinsparung und Umweltrehabilitierung. Die Vision von YARD ist, ein Umfeld zu schaffen, in dem die Gemeindemitglieder – insbesondere junge Menschen – einen angemessenen Platz in der Gesellschaft finden und die Möglichkeit haben, ihre Talente und Stärken für die persönliche und gemeinschaftliche nachhaltige Entwicklung zu nutzen.

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