Peru: Naturschutzzone von ACELPA nimmt wichtige Hürde
03.08.2026
Unsere Partnerorganisation „Asociación Civil Puente de la Amistad“ (ACELPA) feiert einen großen Schritt auf dem Weg zur staatlich anerkannten Naturschutzzone. Für 250 Hektar der Regenwaldfläche, die ACELPA in der Amazonasregion von Tamshiyacu zu Schutzzwecken aufgekauft hat, hat die Organisation die dauerhafte offizielle Anerkennung beantragt. Jetzt kam die gute Nachricht: Alle hierzu bei den Behörden eingereichten Unterlagen wurden genehmigt. Das Anerkennungsverfahren kann starten!
Und das genau zu dem Zeitpunkt, an dem mit Keiko Fujimori die neue Präsidentin Perus ihr Amt antritt – verbunden mit großen Unsicherheiten für NGOs wie ACELPA, die sich für Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und Demokratie stark machen. Ähnlich wie ihr Vater und peruanischer Ex-Präsident Alberto Fujimori, steht die neue Präsidentin für eine wirtschaftsliberale Politik, die auf Privatinvestitionen, Unternehmertum und Freihandel setzt – für den Schutz des Amazonas-Regenwalds und seine Gemeinden keine guten Vorzeichen. Hinzu kommen Vorwürfe gegen ihre Partei Fuerza Popular, den Rechtsstaat unter anderem durch Wahlbetrugsvorwürfe und Angriffe auf Institutionen systematisch geschwächt zu haben.
Inventarisierung zeigt hohe Biodiversität und viele CITES-gelistete Arten
Umso wichtiger also, dass das Verfahren zur Anerkennung der Regenwaldschutzzone nun auf die Bahn gebracht ist. ACELPA hatte zuletzt mit einer Forschungsexpedition nachgewiesen, wie hoch die Artenvielfalt in der fraglichen Zone ist: So ergab die Inventarisierung des Forscher*innenteams eine Liste von weltweit so seltenen Tieren und Pflanzen, dass viele von ihnen im Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES geführt werden.
Video: Die Asociación Civil Puente de la Amistad stellt sich vor
Gesamter ACELPA-Regenwald soll offizielle Naturschutzzone werden
Unterdessen hat ACELPA bereits die nächsten Schritte im Blick: Langfristig sollen die gesamten 1.159 Hektar Regenwald, die im Besitz der Organisation sind, zur staatlich anerkannten Naturschutzzone werden. Mehr darüber, wie ACELPA den Amazonas vor Abholzung und Ausbeutung schützt und den Menschen in der Region langfristige, Regenwald schonende Perspektiven aus der Armut bietet, sehen Sie oben im Video und in diesem Bericht auf unserer Webseite:
Asociación Civil Puente de la Amistad - Verein Brücke der Freundschaft, ACELPA - ist ein 2011 gegründeter gemeinnütziger Verein aus Tamshiyacu im Amazonasgebiet von Peru. Gegründet wurde die Organisation von Francisco Tananta, ursprünglich als Stipendienorganisation für die Ausbildung von Jugendlichen. Heute engagiert sich ACELPA vor allem im Umwelt- und Naturschutz. Auslöser war die illegale Abholzung von 3.000 Hektar Regenwald durch ein multinationales Kakaounternehmen. Immer im Bewusstsein, dass der Schutz des Gebietes nur gelingt, wenn die Menschen vor Ort mit ihm auch eine Lebensperspektive verbinden können, ist das Ziel der Organisation, strategisch Land zu kaufen, um die Ausweitung der illegalen Rodungen des Regenwaldes zu verhindern. Gleichzeitig sollen für Bauern und Bäuerinnen der Region alternative Einnahmequellen durch Ausbildung in Permakultur und biodynamischer Landwirtschaft erschlossen werden. ACELPA schützt die gekauften Waldflächen, schafft Öffentlichkeit und kooperiert auch mit Organisationen in der Hauptstadt Lima, um politischen Druck zu erzeugen. ACELPA ist seit 2015 Partnerorganisation der Zukunftsstiftung Entwicklung.
Francisco Tananta ist im Amazonasurwald von Tamshiyacu geboren und aufgewachsen und tief geprägt von der Spiritualität des Gebietes und dem Wissen um lokale naturheilkundliche Medizin. Er arbeitet unter anderem mit Consuelo Garcia Hualinga, vierfacher Mutter und ebenfalls zutiefst verbunden mit dem Ort und Angelika Kotzur, einer Heilpraktikerin aus Deutschland, zusammen. In Tamshiyacu in der Region Loreto begann im Jahr 2013 die illegale Abholzung von rund 3.000 Hektar Wald für einen internationalen Kakaokonzern über Nacht. Die drei Widerständigen suchten und fanden lokale und internationale Bündnispartner*innen und begannen ihre erfolgreiche Aufklärungsarbeit zum Schutz des Urwaldes.