Uganda: Weiterverarbeitung dank Solarstrom
22.05.2026
Unser Partner GOTCO baut Kooperativen mit Kleinbäuer*innen auf. Um Getreide und Cassava zu Mehl weiterverarbeiten und so höhere Preise erlösen zu können, benötigt eine dieser Kooperativen Solarstrom: die Bugambe Grain Producers Cooperative.
Die Stühle im Versammlungsraum der Bugambe Grain Producers Cooperative sind bis auf den letzten Platz belegt. Es geht darum, gemeinsame Antworten auf Fragen wie diese zu finden: Welche Anschaffungen machen wir als nächstes? Wie erreichen wir neue regionale Abnehmer*innen, und um welche Produkte können wir unser Angebot erweitern? Es gibt Mikrofone, damit alle der rund 240 Mitglieder die Beiträge hierzu hören können. Batteriebetrieben, denn einen Stromanschluss hat das Gebäude der jungen Kooperative bisher nicht.
Bessere Preise durch gemeinsame Vermarktung
Die Kooperative ist Teil der Green Light Future Union Uganda (GLFU), des Netzwerks unserer ugandischen Partnerorganisationen für organischen Landbau, und wird von der Landbauorganisation Golden Treasure Community Organisation (GOTCO) beraten und begleitet. Seit 2016 unterstützt GOTCO die Kleinbäuer*innen des Dorfs Nyabuheere im westugandischen Distrikt Bugambe. Sie bauen Getreide, Mais, Bohnen, Cassava, Kochbananen und Kaffee an. Mit GOTCO lernten sie Techniken des organischen Landbaus, bauten Infrastruktur für die Wasserversorgung und optimierten Zucht und Haltung ihrer Tiere.
Nach drei Jahren intensiver Schulung ernteten sie genug für eine stabile und ausgewogene Ernährung ihrer Familien. Und sie fuhren sogar Überschüsse ein. Da sie diese gemeinsam besser vermarkten können, half GOTCO ihnen, sich in einer Kooperative zu organisieren: Die Bugambe Grain Producers Cooperative war geboren. Ein Jahr lang schulte GOTCO die Bäuer*innen darin, wie sie Absprachen treffen und Entscheidungs- sowie Vermarktungsstrukturen aufbauen können. Dazu kamen Schulungen in Einnahmen- und Ausgabenrechnung und Buchhaltung.
Die Bugambe-Kooperative: voller Energie, aber ohne Strom
Inzwischen erzielen die Kooperativmitglieder dank ihres großen Produktionsvolumens und der starken gemeinsamen Verhandlungsposition bessere Preise. Ein gutes Einkommen könnten sie erzielen, wenn sie ihre Produkte weiterverarbeiten könnten. Doch dafür brauchen sie Strom.
Die einzige Quelle für Strom ist bislang ein Dieselgenerator. Der Einkauf von Diesel ist teuer, und die Abgase schaden Mensch und Natur. Die Kleinbäuer*innen möchten eine Photovoltaik-Anlage auf dem Lager der Kooperative installieren. Damit hätten sie den dringend benötigten Strom für Getreide- oder Cassava-Mühlen und zur Beleuchtung ihrer Räume. Cassava- oder Weizenmehl erzielen einen sehr viel höheren Preis als die ungemahlenen Knollen oder Körner.
Für Transport und Installation eines 15-KW-Photovoltaiksystems mit Batteriespeicher benötigt die Bugambe-Kooperative Fördermittel in Höhe von rund 7.700 Euro. Pro Mitglied der Kooperative sind dies 32 Euro.
Im Green Light Future Union Uganda (GLFU) organisieren sich 16 erfahrene Partnerorganisationen der GLS Zukunftsstiftung Entwicklung. Zu den langfristig kooperierenden Mitgliedern zählen fünf Organisationen für organischen Landbau sowie sieben ländliche Grundschulen. Bei gemeinsamen Tagungen und Schulungen erweitern die Partner ihre Kompetenzen und schulen bzw. beraten sich gegenseitig zu Themen wie Administration, Projektabwicklung oder angepassten und verbesserten Technologien. Gemeinsam setzen die Partner großangelegte Vorhaben zur Förderung der nachhaltigen organischen Landwirtschaft, Wiederaufforstung, Schutz der Umwelt und Erhalt der Biodiversität um. Die Projekte verbessern langfristig die Lebensgrundlagen von kleinbäuerlichen Familien und schaffen Widerstandskraft gegen den fortschreitenden Klimawandel.