Ghana: Tradition als Fundament der Zukunft

22.05.2026

Seit 25 Jahren engagiert sich die Baobab Children Foundation für Kinder benachteiligter Familien. Ein Mix aus traditionellem Wissen, schonender Ressourcennutzung und modernen Technologien gibt Zukunftsimpulse für Jugendliche. 

Am Morgen erfüllen Stimmen und Lachen das Gelände der Baobab-Schule. Viele der Jugendlichen haben eine schwere Kindheit hinter sich – doch hier beginnt für sie ein neuer Weg. In der Baobab-Schule lernen die Jugendlichen Handwerk, Kunsthandwerk und ökologische Landwirtschaft – mit vielen Elementen, wie sie in Ghana seit Generationen weitergegeben werden: Sie weben Kente, batiken Stoffe, nähen traditionelle Kleidung. Sie bauen Möbel aus Holz, Bambus und Rattan. Sie lernen zu trommeln und zu tanzen, kochen lokale Gerichte und arbeiten im Schulgarten. 

Die Zukunft gehört zum Unterricht

Gleichzeitig gehört die Zukunft zum Unterricht. Die Schüler*innen entwerfen Kleidung und Möbel am Computer. Umweltschonende Technologien wie Solarenergie, ökologische Landwirtschaft, Recycling und Wassermanagement gehören zum Schulalltag. 

Viele junge Menschen in Ghana wachsen heute zwischen zwei Welten auf. Das Internet bringt Bilder aus der ganzen Welt, neue Lebensstile und große Versprechen. Gleichzeitig drohen Wissen und Traditionen vorheriger Generationen verlorenzugehen. Hier setzt Baobab an: mit Entwicklung aus der eigenen Kultur heraus. 

Menschen, die die Vision von Baobab tragen 

Alhaji Issaka fing vor etwa zwanzig Jahren bei der Baobab Children Foundation an, überzeugt von der Bedeutung von Tradition, ökologischer Landwirtschaft, Solarenergie, Recycling – und vor allem von der Verantwortung für die Kinder. Heute ist er Geschäftsführer aller Baobab-Projekte und führt sie mit großer Verantwortung weiter. Zum Team gehört auch Michael Asare, Farmmanager und leidenschaftlicher Biobauer. Seit vielen Jahren sorgt er dafür, dass die Farm nicht nur Nahrung liefert, sondern auch Wissen. Der Künstler Adjei Sowah aus Accra bringt Kreativität in die Schule. Sein Kunstunterricht vermittelt Technik und gibt Jugendlichen Raum, um ihre eigenen Geschichten auszudrücken. 

Ein Blick nach vorn 

Baobab ist ein Ort, an dem junge Menschen entdecken, wer sie sind – und was sie aus ihrem Leben machen können. Das ghanaische Symbol Adinkra Sankofa bedeutet: „Gehe zurück und hole, was verloren gegangen ist.“ Denn nur wer seine Vergangenheit kennt, kann seine Zukunft gestalten. 

Die Baobab Children Foundation arbeitet weiter an ihrer nachhaltigen Aufstellung. Dazu möchte sie gerne das Bewässerungssystem ihrer Biofarm ausbauen. Wassertanks, Solarpumpe und Tröpfchenbewässerungssystem kosten 19.200 Euro. Pro Schüler*in sind dies 191 Euro.

Mehr zu Baobab

Die NGO Baobab Children Foundation wurde von Edith de Vos im Jahr 2001 in Ghana gegründet. Zunächst alleine, dann mit einem Mitarbeiter, setzte sie sich für Kinderrechte in Ghana ein. Das Projekt wuchs von Jahr zu Jahr, heute arbeiten 54 Menschen für Baobab und verdienen so ihren Lebensunterhalt. Außer Edith de Vos sind alle Mitarbeitenden Ghanaer*innen.
2004 entstand die Baobab Schule für Handwerk und Kunsthandwerk für Straßenkinder, Schulabbrecher und Jugendliche mit körperlichen Einschränkungen. Sie war zunächst speziell für Kinder da, die gar nicht zur Schule gingen. Die Schule ist von Jahr zu Jahr gewachsen und inzwischen als Inklusionsschule und Weiterbildungseinrichtung staatlich anerkannt.

Seit dem Jahr 2000 lebt Edith de Vos in Ghana. 2001 gründete sie die NGO Baobab Children Foundation. Zunächst arbeitete Edith de Vos mit einer Privatschule in Kissi zusammen, die von bedürftigen Kindern aus ländlichen Regionen besucht wurde. Der Schulleiter sagte zu ihr: "Ich möchte beweisen, dass Kinder aus ländlichen Gebieten, deren Eltern Analphabeten sind, schulisch sehr gut abschneiden können - wenn man ihnen nur eine Chance gibt." Dies erwies sich Jahr für Jahr tatsächlich. In den Anfangsjahren suchte Baobab Paten für die Kinder, sammelte Fahrräder, um die Zeit für den Schulweg zu verkürzen, ließ Kleider und Schulmaterialien im Container aus Deutschland schicken. Edith de Vos, selbst eine erfahrene Lehrerin, arbeitete mit den Lehrer*innen für einen gewaltfreien, kreativen und künstlerischen Unterricht. Nach und nach baute sie Baobab als eine Weiterbildungseinrichtung für handwerkliche und kunsthandwerkliche Berufe aus.

Eine junge Frau steht vornübergebeugt im Feld und lächelt in die Kamera, hinter ihr arbeiten zwei Männer.
Auf der Schulfarm lernen junge Menschen bei der Baobab Children Foundation, ökologisch Lebensmittel anzubauen.

Spendenzweck

Ghana: Baobab Biofarm F267