Viel Erfahrung, keine Panik: So gehen unsere Partner mit dem Ausbruch um
11.06.2026
Neben der Demokratischen Republik Kongo ist auch Uganda vom Ausbruch des Ebola-Virus betroffen. Hier arbeiten wir über das Netzwerk der Green Light Future Union (GLFU) mit 14 Organisationen zusammen, die sich unter anderem für organischen Landbau und den Zugang zu praktisch orientierter Bildung einsetzen. Die Rückmeldungen unserer Partner zeugen von Erfahrung im Umgang mit Ausbrüchen wie diesem: Ohne Panik geht es vor allem um die Umsetzung von Standardhygienemaßnahmen und das Entwickeln von Konzepten.
Zum Hintergrund:
Während aktuell vor allem Unterstützung für Hygienemaßnahmen benötigt wird, gilt die größte Sorge den Organisationen GOTCO und Golden Treasure School, die im Distrikt Hoima nahe der kongolesischen Grenze arbeiten. Wir fassen hier die Einschätzungen und Reaktionen zusammen, die uns aus unserem Netzwerk erreicht haben:
David Nkwanga, Geschäftsführer der Greenlight Organic Farmers Cooperative Union (GOFCU), gibt einen Überblick über die Situation im Netzwerk:
Die Lage könnte sich zwar noch etwas zuspitzen, aber bald ihren Höhepunkt erreichen und sich dann wieder normalisieren. Meine Einschätzung stützt sich auf frühere Ausbrüche, aber auch auf die gestiegenen Kapazitäten und die Erfahrung der Regierung im Umgang mit Ebola-Ausbrüchen. Unsere Arbeit läuft fast normal weiter. Die Regierung hat Richtlinien erlassen, wonach nicht unbedingt notwendige Versammlungen ausgesetzt und notwendige (zu denen unsere Arbeit gehört) unter Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen und Standards durchgeführt werden müssen.
Bislang ist der Verkehr zwischen der DR Kongo und der ugandischen Grenze eingeschränkt, und an allen öffentlichen Orten wird die Einhaltung der Hygiene-Standards gefördert. Die von uns ergriffenen Maßnahmen – an erster Stelle stehen Aufklärung und regelmäßige Informationen – umfassen regelmäßige Updates für alle unsere Mitarbeiter sowie die Weitergabe der erforderlichen Hygienemaßnahmen für ihre täglichen Tätigkeiten. Wir haben im Büro Möglichkeiten zum Händewaschen, Masken und Desinfektionsmittel bereitgestellt und ermutigen Besucher, physischen Kontakt durch Händeschütteln und Umarmungen zu vermeiden. Zudem entstehen durch die Notwendigkeit, Kontrollmaßnahmen und Standardhygienemaßnahmen zu integrieren, zusätzliche Kosten für die Aktivitäten. Wir hoffen, dass sich die Lage bald wieder normalisiert.
Catherine Namate, Repräsentantin unserer Partnerschulen und Ausbildungszentren (Vocational Training Center – VTC), berichtet zur Lage der Bildungseinrichtungen:
Als Reaktion auf den Ebola-Ausbruch und gemäß den Leitlinien des Ministeriums für Bildung und Sport sowie des Gesundheitsministeriums hielten die Mitgliedsschulen und Berufsbildungszentren eine Sitzung ab, um Maßnahmen zum Schutz der Lernenden und des Personals vor der Krankheit zu erörtern. Während des Treffens haben wir die potenziellen Risiken, die Ebola für die Schulen und die VTC-Gemeinschaft darstellt, erörtert und uns auf eine Reihe von Präventionsmaßnahmen geeinigt. Dazu gehörten die verstärkte Durchsetzung von Handwaschpraktiken, die Durchführung regelmäßiger Gesundheitsuntersuchungen bei Lernenden, Mitarbeiter*innen und Besucher*innen, die Intensivierung der Gesundheitsaufklärung und -sensibilisierung, die Verbesserung der sanitären Einrichtungen und der Hygiene auf dem Gelände der Schulen und VTCs sowie die Festlegung klarer Verfahren zur Isolierung, Meldung und zum Umgang mit Verdachtsfällen.
Wir haben zudem die Bedeutung von Wachsamkeit, Früherkennung und Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern, Lernenden und Eltern hervorgehoben. Verschiedenen Mitarbeitern aus unterschiedlichen Organisationen wurden Verantwortlichkeiten zugewiesen, um eine effektive Umsetzung und Überwachung der vereinbarten Maßnahmen sicherzustellen.
Im Green Light Future Union Uganda (GLFU) organisieren sich 16 erfahrene Partnerorganisationen der GLS Zukunftsstiftung Entwicklung. Zu den langfristig kooperierenden Mitgliedern zählen fünf Organisationen für organischen Landbau sowie sieben ländliche Grundschulen. Bei gemeinsamen Tagungen und Schulungen erweitern die Partner ihre Kompetenzen und schulen bzw. beraten sich gegenseitig zu Themen wie Administration, Projektabwicklung oder angepassten und verbesserten Technologien. Gemeinsam setzen die Partner großangelegte Vorhaben zur Förderung der nachhaltigen organischen Landwirtschaft, Wiederaufforstung, Schutz der Umwelt und Erhalt der Biodiversität um. Die Projekte verbessern langfristig die Lebensgrundlagen von kleinbäuerlichen Familien und schaffen Widerstandskraft gegen den fortschreitenden Klimawandel.