Unsere Partnerorganisation Kasuku Organics begleitet in Uganda Bauern- und Jugendgruppen, schult sie im organischen Landbau, im Aufbau von Wertschöpfungsketten und gemeinschaftlicher Vermarktung. Gemeinsam mit vier weiteren Partnern des Green Light Forum erreichen sie insgesamt 4.860 Kleinbäuer*innen und Jugendliche in sechs Distrikten.
Einer von ihnen ist Herr Gabula, der sich auf die Produktion von Zimt spezialisiert hat. Auf seinem 2,6 Hektar großen Grundstück in der Gemeinde Nangombe im Distrikt Wakiso wachsen rund 2.000 duftende Zimtbäume. „Zunächst verkauften wir lediglich kleine Zweige der Bäume, die Blätter sind in Uganda als Tee beliebt. Von den Mitarbeitenden von Kasuku Organics erfuhren wir, dass wir deutlich mehr verdienen können, wenn wir auch die Rinde verarbeiten. Daraufhin nahm ich an Schulungen zu Ernte- und Nachernteverfahren, hygienischer Lagerung, Qualitätsmanagement, Verpackung und Etikettierung teil, die Kasuku Organics in unserer Gemeinde durchführte. Die Mitarbeitenden berieten uns zudem zur richtigen Pflege der Bäume“, erinnert sich der Vater von sechs Kindern.
Aufgrund seines vielfältigen Nutzens ist der Zimt-Baum in Uganda auch als „Wunderbaum“ bekannt. Sein Geruch vertreibt auf der kleinbäuerlichen Farm effektiv zahlreiche Schädlinge. Zudem bieten die Bäume Gemüsepflanzen und Feldfrüchten Schutz vor Wind und Sonne. Nicht nur die aromatische Rinde sondern auch die Blätter und die Wurzeln bestechen mit zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen. Nach der Ernte der kostbaren Rinde können die Äste zudem als Feuerholz genutzt werden.
Herr und Frau Gabula sind ein eingespieltes Team. Herr Gabula pflegt die Bäume und erntet regelmäßig ihre Äste. Mithilfe einer bewährten traditionellen Methode löst das Ehepaar im Anschluss gemeinsam die Rinde von den Ästen. Dafür legen sie die Äste quer auf zwei Holzpfähle und klopfen mit kleinen Stöckern die aromatische Rinde ab. Im Anschluss trocknet diese für drei bis vier Tage in der Sonne, bevor Herr Gabula sie in Handarbeit zu einem feinen Pulver zerstampft. Mit einem großen Sieb entfernt Frau Gabula kleine Stöcker oder Steinchen und füllt das Pulver anschließend in Dosen oder Tütchen ab. Bunte Etiketten verweisen auf die gesundheitlichen Wirkungen von „Familie Gabula’s Zimt“. Die Familie verkauft das abgepackte Zimtpulver auf Märkten in der Umgebung. In ihrer eigenen Baumschule ziehen sie Setzlinge des Zimt-Baumes, die sie in der Nachbarschaft vertreiben. Auch für die beliebten Blätter haben sie weiterhin zahlreiche Stammkunden. Durch ihr Zimt-Geschäft ist das Ehepaar in der Lage, allen ihren Kindern eine Schulausbildung zu ermöglichen. Die drei ältesten Kinder studieren an der Universität.