Neuer Projektzyklus

Im nun startenden vierjährigen Projektzyklus von „Wasser, Vieh und ökologischer Landbau“ werden insgesamt 5.650 kleinbäuerliche Haushalte erreicht. Über 80 Prozent der Haushaltsvorstände sind Frauen. 2.850 Haushalte wollen ihre Wasserinfrastruktur verbessern. Dazu werden Staubecken und Wassertanks gebaut sowie Bohrlöcher angelegt. Bei einer Haushaltsgröße von rund vier Personen erhalten so rund 11.400 Menschen Zugang zu Wasser. 175 Familien sollen in dieser Projektphase ein Staubecken für ihre Farm bekommen.

Die verstärkte Folie, die dafür notwendig ist, kostet 83 Euro. Ein Wassertank kostet 250 Euro. Alle Familien bringen ihre Arbeitsleistung ein. Dank der Beteiligung der Leopold-Bachmann-Stiftung an der Förderung wirkt Ihre Spende doppelt.

Optimierte Techniken der Wassernutzung

Wasser, Vieh und ökologischer Landbau sind die Lebensgrundlagen für Kleinbäuer*innen und halbnomadisch lebende Viehhirten in Kenia. Jeder Wassertropfen muss genutzt werden.

Solio, im Osten Laikipias, liegt auf einer fast völlig entwaldeten, windigen Ebene zwischen Mount Kenya und der Aberdare-Bergkette. Hier leben seit rund 15 Jahren Familien, die aus verschiedenen Teilen des Landes vertrieben wurden. Ihr Start auf der kahlen Ebene war mühsam, der Boden trocken und unfruchtbar. Mit Unterstützung unserer Partnerorganisation SACDEP haben sich einige Familien zu Gruppen zusammengeschlossen. Sie bildeten sich in ökologischem Landbau und nachhaltiger Viehhaltung fort. So erlernten sie eine verbesserte Bodenbearbeitung, natürliche Düngung, Grundlagen des Wassermanagements und auch, wie Spar- und Leihzirkel funktionieren.

Harte Arbeit und die Anwendung des Gelernten brachten den Familien ein Auskommen – bis 2021 die Dürre kam. Sie setzte sich 2022 fort und übertraf alle Dürren der letzten 40 Jahre. Vieh verendete, die Ernte fiel aus. Zusätzlich führte die internationale Wirtschaftslage im Treibstoff- und Weizenmarkt als Folge des Krieges Russlands gegen die Ukraine zu einer hohen Inflation und extremen Preissteigerungen für Güter des primären Bedarfs. Dies konnten auch die spärlichen Regenfälle im April und Mai 2023 nicht auffangen.

Unter diesen veränderten Bedingungen haben herkömmliche Anbautechniken keinen Erfolg mehr. Aufgrund der reduzierten Viehbestände müssen auch die vormals halbnomadisch lebenden Viehhirten zum Landbau übergehen. Das schafft Konflikte zwischen Viehhirten und Bäuer*innen um das wenige fruchtbare Land.

Mehr zu SACDEP

Seit der Gründung von SACDEP 1993 schult die Organisation jährlich zwischen 3.000 und 5.000 Kleinbäuerinnen und -bauern in organischem Landbau. Erfahrungsgemäß erreichen die kleinbäuerlichen Familien durch diese Schulungen nach drei bis vier Jahren Ernährungssicherheit und Ernährungssouveränität. Seit 2018 arbeitet SACDEP mit rund 11.500 Kleinbäuerinnen und -bauern in vier klimatisch unterschiedlichen kenianischen Regionen, im Osten, in der Zentralregion, an der Küste und im Rift Valley. Seit der Gründung von SACDEP ist die GLS Zukunftsstiftung Entwicklung der strategische Partner der Organisation.

Ngugi Joseph Mutura gründete 1993 die Organisation Sustainable Agriculture Community Development Program (SACDEP), die er bis heute leitet. Seine Vision: Ein hungerfreies Afrika. Dank seiner Initiative sind heute rund 100.000 Familien ernährungssouverän und ernährungssicher. Ngugi Joseph Mutura prägte einen ganzheitlichen, ressourcenorientierten Ansatz von Entwicklungszusammenarbeit, der auf Selbstermächtigung und Gemeinschaftsbildung setzt.

"Water harvesting" nennen die Menschen in Kenia das Sammeln von Regenwasser.

Wasserbecken und angepasste Anbautechniken sichern das Überleben

Die neuen klimatischen Bedingungen zwingen dazu, alle Formen der Wassergewinnung und -speicherung zu nutzen – jeder Tropfen zählt. Catherine Njoki Mathenge aus dem Dorf Solio 2 zeigt, wie es geht. Sie hat den wenigen Regen aus April und Mai 2023 voll ausgeschöpft. Wo andernorts Regenfälle nach Dürren den ausgedörrten Boden wegwaschen oder nach kurzer Zeit abgelaufen und damit verschwunden sind, werden sie auf ihrer Farm vielfach genutzt: Das Wasser, das auf ihr Hausdach fällt, wird über Regenrinnen in einen großen Wassertank geleitet und dient der Familie als Trink- und Haushaltswasser. Dieses Grauwasser aus der Küche oder von der Wäsche wird zur Bewässerung genutzt. Viehhirten. Das Wasser, das bis ans Ende der Rinnen fließt, landet in einem Staubecken, für das Catherine Njoki Mathenge an der tiefsten Stelle der Farm eine Grube ausgehoben hat. Diese wurde mit einer großen, verschweißten Plane ausgekleidet. Dadurch wird das Wasser dauerhaft gehalten. Noch fehlen ein Zaun, der verhindern soll, dass Kinder oder Tiere in das Becken fallen, und ein Schattennetz gegen die Verdunstung. Das werden ihre nächsten Anschaffungen sein. Bis zu 50.000 Liter Wasser können für die Versorgung der Tiere, für die Bewässerung des Gemüsegartens und einer kleinen Baumschule gespeichert werden. Dank Techniken wie Mulchen, Gliederung der Anbaubeete, Setzen von bewässerungsintensiven Pflanzen in vertiefte Beete und Anlegen von mäandernden Regenrinnen wird die fruchtbare oberste Erdschicht geschützt. Zusätzlich forstet Catherine Njoki entlang ihrer Grundstücksgrenzen auf. Die Bäume brechen den Wind, liefern Feuerholz und halten Wasser länger im Boden. „Seitdem ich den Wassertank und das Staubecken hier vor der Tür habe, ist meine Arbeit so viel einfacher geworden“, berichtet Catherine. „Früher musste ich mir einen Eselskarren mieten, um Wasser zur Bewässerung der Baumschule zu transportieren. Der Weg zum Bohrloch war weit und die Schlange dort lang. Das hat viel Zeit gekostet.“ Die kleine Baumschule ist ihre Geldquelle: Die Gegend um Solio ist stark entwaldet. Wo immer es möglich ist, pflanzen Kleinbäuer*innen Bäume entlang ihrer Grundstücksgrenzen. Mehrere Organisationen fördern die Aufforstung in dem Gebiet, das aufgrund seiner Nashornpopulation bekannt ist und als besonders schützenswert gilt. Diese Organisationen sind Kunden bei Catherine, sie kaufen ihre Setzlinge. Aber natürlich nur, wenn es ausreichend Regen gab, um überhaupt pflanzen zu können.

Gemeindetrainer*innen als Multiplikator*innen

Catherine Njoki arbeitet auch als Gemeindetrainerin. Sie gibt ihr Wissen, das sie in Schulungen von SACDEP erworben hat, an ihre Nachbar*innen und eine Bäuer*innengruppe in einem anderen der sieben Solio-Dörfer weiter. Die Mitarbeitenden von SACDEP begleiten die Wissensvermittlung und unterstützen die Gruppen in der Selbstverwaltung. Das schafft eine gute Grundlage für die Verankerung des organischen Landbaus und der Wassernutzung und fördert die Weitergabe des Wissens.

Catherine Njoki hat ihre Wasserspeicherung angepasst. Staubecken wie dieses machen die Bäuer*innen widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels.

Neuer Projektzyklus

Im nun startenden vierjährigen Projektzyklus von „Wasser, Vieh und ökologischer Landbau“ werden insgesamt 5.650 kleinbäuerliche Haushalte erreicht. Über 80 Prozent der Haushaltsvorstände sind Frauen. 2.850 Haushalte wollen ihre Wasserinfrastruktur verbessern. Dazu werden Staubecken und Wassertanks gebaut sowie Bohrlöcher angelegt. Bei einer Haushaltsgröße von rund vier Personen erhalten so rund 11.400 Menschen Zugang zu Wasser. 175 Familien sollen in dieser Projektphase ein Staubecken für ihre Farm bekommen.

Die verstärkte Folie, die dafür notwendig ist, kostet 83 Euro. Ein Wassertank kostet 250 Euro. Alle Familien bringen ihre Arbeitsleistung ein. Dank der Beteiligung der Leopold-Bachmann-Stiftung an der Förderung wirkt Ihre Spende doppelt.

Spendenzweck

Kenia: Kleinbäuer*innen F203P