Nepal: Gesundheit für alle

07.04.2026

In Armut leben bedeutet in Nepal auch, ohne Zugang zu Gesundheitsversorgung zu sein. Unser Partner RESIC bietet eine Lösung. 

Seit 2010 betreibt das Rural Economic Social Improvement Centre (RESIC) eine kleine Nachbarschaftsklinik in Nepalgunj, einer Stadt im Süd-Westen Nepals. In dieser Region leben Menschen, die noch immer als sogenannte Kastenlose oder Unberührbare gelten. Oft von Armut betroffen, kam ein Klinikbesuch für sie früher nicht infrage. Seit es die Klinik von RESIC gibt, ist das anders: Hier erfahren sie Behandlung bei ambulant zu behandelnden Erkrankungen. 

Das Team von RESIC spricht die Sprache der Patient*innen 

Und anders als in öffentlichen und privaten Einrichtungen fühlen sie sich anerkannt, verstanden und gut behandelt: Alle Mitarbeiter*innen von RESIC sprechen die lokale Sprache – eine Voraussetzung für gute Behandlung. Das Angebot der Organisation ist für viele Patient*innen gebührenfrei. Wenn notwendig, begleitet das Team von RESIC zur Weiterbehandlung an andere Kliniken. 

Auch gut ausgebildete Ärzt*innen sind einmal pro Woche für die Patient*innen da. An allen weiteren der sechs Öffnungstage pro Woche sind Krankenschwestern vor Ort. Mit Informationsveranstaltungen klärt die Organisation ihre Patient*innen über Krankheiten und Prävention durch Ernährung und Hygiene auf. Für Menschen in ländlichen Gebieten mit noch schwierigerem Zugang zu Gesundheitsversorgung veranstaltet RESIC drei Mal im Jahr Gesundheitscamps in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. 

Zurück in der Welt: 60-Jährige erhält erste Brille ihres Lebens 

Auch Shayam Kumari Dhobi ist Patientin bei RESIC. „Es ist, als wäre ich zurück in der Welt“, sagt sie, nachdem sie im Alter von 60 Jahren hier ihre erste Brille erhielt. Für Menschen wie sie hat die Organisation 2023 eine kleine Augenstation an der Klinik eingerichtet: Augenerkrankungen sind in Nepal weit verbreitet und meist leicht zu behandeln. 

Seit Eröffnung der Augenstation stieg die Anzahl der Patient*innen noch einmal sprunghaft. 2024 kamen ca. 8.500 Patient*innen für eine allgemeine Untersuchung und Behandlung in die Klinik. Rund 1.750 Patient*innen erhielten eine Augenuntersuchung. 50 Patient*innen bekamen kostenfrei eine Brille und 16 eine Augenoperation. 

RESIC-Leiterin Lata Sharma, die die NGO zusammen mit Purna Lal Chuke gegründet hat, fasst ihre Motivation so zusammen: „In unserer Umgebung leben so viele Menschen, die keine staatlichen oder privaten Gesundheitsdienste in Anspruch nehmen können. Aber wo sollen sie hin? Wenn sie krank sind, können sie nicht arbeiten. Dann fehlt das Einkommen, und die ganze Familie leidet.“ 

Mehr zu RESIC

Die NRO RESIC (Rural Economic Social Improvement Centre), Zentrum für wirtschaftliche und soziale Verbesserungen im ländlichen Raum, hat seinen Sitz in der west-nepalesischen Stadt Nepalgunj. Seit vielen Jahren ist die Organisation erfolgreich im Bereich der Mikrokreditfinanzierung sowie im Gesundheitssektor tätig. Diese Initiativen kommen insbesondere den Ärmsten der Armen, den sogenannten Kastenlosen zugute. Insbesondere von dem durch RESIC angebotenen Mikrokreditdienst profitieren vornehmlich arme Frauen aus städtischen und ländlichen Gemeinden. Für sie ist die finanzielle Unterstützung durch RESIC die einzige Möglichkeit, eigene wirtschaftliche Aktivitäten zu starten und ihren sozialen Status sowie den ihrer Familien zu verbessern. Um noch wirksamer zu werden, gliederte RESIC 2022 das Kleinkreditprogramm in eine eigene Kooperative aus – die Purnima Multi Purpose Cooperative Ltd. (PMCL). Dies eröffnet einem größeren Personenkreis den Zugang zu den Spar- und Leihzirkeln und RESIC die Möglichkeit, zusätzliche Aktivitäten wie z.B. einen Bildungsfonds in der Gemeinde einzuführen. RESIC ist seit 2009 Projektpartner der GLS Zukunftsstiftung Entwicklung.

1992 gründete die Sozialarbeiterin Lata Sharma zusammen mit Purna Lal Chuke das Rural Economic Social Improvement Center (RESIC). Bis 2001 arbeitete sie zudem als Mitarbeiterin in einem von der Weltbank geförderten Mikrokreditprogramm. 2001 initiierte sie dann bei RESIC ein selbstverwaltetes Mikrokreditprogramm für Frauen, das eine starke Bildungskomponente beinhaltet. Grundlage waren ihre Erfahrungen mit mehr als 1.500 Frauen in diesem Programm. 2010 ergänzten sie und Purna Lal Chuke die Aktivitäten von RESIC um ein Basisgesundheitsprogramm.

SO KÖNNEN SIE HELFEN

Mit einem einmaligen oder regelmäßigen Spendenbeitrag können Sie die Arbeit von RESIC für eine grundsätzliche Gesundheitsversorgung unterstützen.

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Eine stehende Frau setzt einer sitzenden Frau eine Brille auf uns sieht lächelnd in die Kamera.
RESIC-Mitbegründerin Lata Sharma passt Sita Tharu, Patientin der Augenstation von RESIC, eine Brille an.

Spendenzweck

Nepal: Basisgesundheitsversorgung F168