Organischer Landbau

Mit Bildung und Wiederaufforstung gegen den Klimawandel

Menschengemachte Tragödien können gelöst werden. Im Kampf gegen Umweltzerstörung, aufgrund von Armut und fehlender Bildung, setzt unsere kenianische Partnerorganisation SACDEP mit großem Erfolg auf partizipative Bildungsmaßnahmen und Wiederaufforstung entwaldeter Gebiete.

Lusoi war einmal ein Wald auf einem Hügelkamm. Das Gebiet erhebt sich bis zu 640 Meter über den Meeresspiegel, umfasst 259,5 Hektar und liegt im mittleren Nordwesten Kenias im Bezirk Laikipia. Vor 1980 gab es hier riesige einheimische Bäume, die zusammen mit Büschen und Unterholz ein zuverlässiger Lebensraum für Wildtiere wie z.B. Zebras, Nashörner, Antilopen und Büffel waren. Elefanten nutzten den Wald zum Kalben.

Ab 1980 siedelten Bäuer*innen und Viehhirten auf der Ostseite des Waldes, aus dem sie ihren Bedarf an Feuer- und Bauholz deckten. 2010 wurden weitere 1.000 Familie von der Regierung angesiedelt. Das hat zur kompletten Entwaldung des Hügels geführt. Das Grundwasser sank, in der Folge verließen die Wildtiere das Gebiet.

Das kenianische Forstministerium (KFS) und die Kleinbäuer*innen aus der Region hatten in der Vergangenheit gute Erfahrung mit der Arbeit SACDEPs gemacht. Sie baten SACDEP, sich des Hügelkamms anzunehmen und für ein nachhaltiges Forstmanagement und Wiederaufforstung zu sorgen.

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Seit der Gründung von SACDEP 1993 schult die Organisation jährlich zwischen 3.000 und 5.000 Kleinbäuerinnen und -bauern in organischem Landbau. Erfahrungsgemäß erreichen die kleinbäuerlichen Familien durch diese Schulungen nach drei bis vier Jahren Ernährungssicherheit und Ernährungssouveränität. Seit 2018 arbeitet SACDEP mit rund 11.500 Kleinbäuerinnen und -bauern in vier klimatisch unterschiedlichen kenianischen Regionen, im Osten, in der Zentralregion, an der Küste und im Rift Valley. Seit der Gründung von SACDEP ist die GLS Zukunftsstiftung Entwicklung der strategische Partner der Organisation.

Ngugi Joseph Mutura gründete 1993 die Organisation Sustainable Agriculture Community Development Program (SACDEP), die er bis heute leitet. Seine Vision: Ein hungerfreies Afrika. Dank seiner Initiative sind heute rund 100.000 Familien ernährungssouverän und ernährungssicher. Ngugi Joseph Mutura prägte einen ganzheitlichen, ressourcenorientierten Ansatz von Entwicklungszusammenarbeit, der auf Selbstermächtigung und Gemeinschaftsbildung setzt.

Schüler*innen und Lehrer*innen nach einem Vortrag im Umweltbildungszentrum

Fünf erfolgreiche Jahre

SACDEP, in Zusammenarbeit mit dem Forstministerium, regte bei den umliegenden Gemeinden an, sich in einem Gemeinschafts-Wald-Verband zu organisieren. Daraufhin begann dieser mit der Umsetzung eines Fünfjahresplanes für die partizipative Waldbewirtschaftung bis 2020. Nun wird an einem Nachfolgeplan gearbeitet.

In den fünf Jahren errichteten SACDEP und die Gemeinden einen sieben Kilometer langen solarbetriebenen Zaun um das gesamte Waldgebiet von 700 Hektar. Zudem bauten sie gemeinsam ein Umwelttrainingszentrum für praxisnahe Schulungen.

Das SAY - ECA - Programm

Im Umkreis von 50 Kilometern gibt es Dutzende von Schulen und Colleges. Mit ihnen arbeitet SACDEP zusammen. Zu praktischen Schulungen im Freien werden Schüler*innen zu Vorträgen auf den Lusoi-Hügel gebracht. Auf Wanderungen, am konkreten lebendigen Beispiel, lernen sie über Botanik, Ornithologie und Hydrologie. So können sie sich als Teil der Natur erfahren und lernen, wie wichtig es ist, sorgsam mit ihr umzugehen.

Zusätzlich stellt SACDEP jeder*m Schüler*in ein Informationspaket zum Thema Umweltschutz zur Verfügung.

Degradierte Hänge des Lusoi-Hügels mit Rinnen, September 2016

Wirksamkeit

Die Angebote SACDEPs stoßen auf zunehmendes Interesse. Lehrer*innen sind dazu übergegangen, Umweltclubs zu gründen, Schüler*innen geben die ausgehändigten Informationspakete im Schnitt an fünf andere weiter. Immer mehr wollen den Umweltschutz später zu ihrem Beruf machen.

Heute wachsen wieder Bäume und Büsche auf dem Lusoi-Hügel. Während der Trockenzeit erhält das Vieh der umliegenden Dörfer geschnittenes Gras. Die Zahl der durch Futtermangel verursachten Todesfälle bei Vieh ist um 95 Prozent zurückgegangen. Auch der Grundwasserspiegel ist wieder gestiegen und Wildtiere wie Elefanten, Gazellen, Antilopen, Hyänen, Hasen und Leoparden sind zurück.

Das Programm 2022 - 2024
In 2022 haben bereits neun Schulen mit insgesamt 602 Schüler*innen an den Schulungen von SACDEP teilgenommen. Aus diesem Grund möchte SACDEP die Angebote ausweiten, mehr Schulungen zu Umweltbildung und Naturschutz anbieten und weiteres Lehrmaterial veröffentlichen. Zudem sollen zusätzliche Bäume gepflanzt werden, 100.000 Setzlinge pro Jahr sind geplant.

Mit Ihrer Spende helfen Sie SACDEP, diese wichtige Arbeit fortzuführen, Bäume zu pflanzen, die Bildungsangebote auszuweiten und mehr Menschen aktiv in den Umwelt- und Naturschutz einzubinden. Damit der Lusoi-Hügel auch in Zukunft grün bleibt.

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Spendenzweck

Kenia: SACDEP Lusoi F283