Zum Hintergrund

Unser langjähriger Partner CIFORD Kenya (Community Initiative for Rural Development) arbeitet in Tigania, nördlich des Mount-Kenya Massivs. Die Organisation arbeitet mit Kleinbäuer*innen zusammen. Sie leben von Subsistenzlandwirtschaft. Ihr Bestreben ist, durch ländliche Entwicklung und soziale Bildungsansätze die Lebensverhältnisse in den Gemeinden zu verbessern. Ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit ist ihre Aufklärungsarbeit zu den Risiken weiblicher Genitalverstümmelung, die innovative kulturelle Alternativen zu dieser Praktik beinhaltet.

Nothilfe für die Menschen und Stärkung von Resilienz

In den letzten Jahren ist die Ernte der Bäuer*innen aufgrund der ausbleibenden Regenfälle weitestgehend ausgefallen. Die Bäuer*innen haben ihr Land vorbereitet, gesät und gepflanzt, konnten jedoch aufgrund der Dürre keine Ernte erzielen. Nachdem die Pflanzen keimten, sind sie vertrocknet. Dadurch haben viele Familien keine Lebensmittel und kein Einkommen. Insbesondere für die Kinder wird der anhaltende Hunger schnell bedrohlich.

Seit der Gründung von SACDEP 1993 schult die Organisation jährlich zwischen 3.000 und 5.000 Kleinbäuerinnen und -bauern in organischem Landbau. Erfahrungsgemäß erreichen die kleinbäuerlichen Familien durch diese Schulungen nach drei bis vier Jahren Ernährungssicherheit und Ernährungssouveränität. Seit 2018 arbeitet SACDEP mit rund 11.500 Kleinbäuerinnen und -bauern in vier klimatisch unterschiedlichen kenianischen Regionen, im Osten, in der Zentralregion, an der Küste und im Rift Valley. Seit der Gründung von SACDEP ist die GLS Zukunftsstiftung Entwicklung der strategische Partner der Organisation.

Ngugi Joseph Mutura gründete 1993 die Organisation Sustainable Agriculture Community Development Program (SACDEP), die er bis heute leitet. Seine Vision: Ein hungerfreies Afrika. Dank seiner Initiative sind heute rund 100.000 Familien ernährungssouverän und ernährungssicher. Ngugi Joseph Mutura prägte einen ganzheitlichen, ressourcenorientierten Ansatz von Entwicklungszusammenarbeit, der auf Selbstermächtigung und Gemeinschaftsbildung setzt.

Kenia: Die schlimmste Dürre seit 40 Jahren

Extreme Dürren und sintflutartige Regenfälle treten im Zuge des Klimawandels vermehrt auf. Die Menschen in den Ländern des Globalen Südens treffen diese Naturphänomene besonders hart und verschärfen bereits bestehende Krisen, wie die wirtschaftliche Notlage in Folge der Corona-Pandemie und die verheerenden Preissteigerungen für Güter für den primären Bedarf, die eine Konsequenz des Krieges Russlands gegen die Ukraine sind.

Die Nachrichten zur Situation in Ostafrika sind besonders alarmierend. 20 Millionen Menschen werden hier von einer Hungersnot bedroht. Kenia ist dabei eines der am stärksten betroffenen Länder. In den letzten zwei Jahren fielen in dem ostafrikanischen Land drei aufeinanderfolgende Regenzeiten aus. Die momentane Dürre ist die schwerste seit 40 Jahren. Zwar hat Kenia in den vergangenen 21 Jahren durchaus Fortschritte bei der Bekämpfung von Hunger gemacht und dennoch waren laut Regierungsberichten bereits im November 2021 mehr als 465.000 Kinder und 93.000 schwangere und stillende Frauen von akuter Unterernährung betroffen. Zurzeit gibt es für mehr als vier Millionen Menschen keine gesicherte Versorgung mit Lebensmitteln. Zudem sind 3,3 Millionen Menschen ohne ausreichenden Zugang zu Trinkwasser.

In Kenia verenden die Tiere auf der Suche nach Wasser und Weideland

Knapp 80 Prozent des Weizenbedarfs erhielt Kenia bis Februar 2022 aus Russland und der Ukraine. Doch seit dort Krieg herrscht, sind die Lieferketten unterbrochen. Der Preis für Weizen und Mais stieg um 50, der von Reis um 20 Prozent. Die Preise für Lebensmittel insgesamt verzeichnen einen Rekordanstieg von 30 Prozent. Für Treibstoff zahlen Kenianer*innen mittlerweile zwei Euro pro Liter. Viele Kinder begeben sich auf Nahrungssuche und brechen deshalb die Schule ab. Auf der Suche nach Essensresten erkunden sie Hotels, Einkaufszentren und Märkte.

Unsere Partner in Kenia stehen den betroffenen Gemeinden zur Seite. Ihr langfristiges Ziel ist es, mit Schulungen im organischen Landbau existenzsichernde Lebensgrundlagen zu schaffen und so den Kreislauf von Armut, Hunger und Not zu durchbrechen und Familien resilienter gegenüber dem Klimawandel zu machen. Das beinhaltet auch den Aufbau eines ressourcenschonenden Wassermanagements, artgerechte Methoden der Tierzucht und -haltung, sowie Wiederaufforstungsprogramme.

Karges Land, extreme Trockenheit und Staub: In Kenia ist die dritte Regenzeit in Folge ausgefallen

In den vergangenen zwei Jahren konnten so in Kenia rund 10.300 kleinbäuerliche Familien ernährungssicher und unabhängiger von der aktuellen Wirtschaftslage werden. Sie kommen auch in der jetzigen Krise vergleichsweise gut zurecht. Andere Familien in den betroffenen Gebieten sind weniger resilient. Ihnen möchten unsere Partner jetzt mit Nothilfe in Form von Lebensmitteln und Saatgut beistehen.

Ihre Spende ermöglicht es unseren Partnern, Familien und Schulen mit Wasser und Lebensmitteln zu versorgen. Besondere Zielgruppen sind schwangere und stillende Frauen, Kinder unter fünf Jahren und Senior*innen.

Bitte helfen Sie unseren Partnern, damit auch diese helfen können!

Ein Paket für eine Familie und einen Monat kostet: 78,15 Euro. Das Lebensmittelpaket enthält Mais, Reis, Bohnen und Öl. Eine Schulmahlzeit kostet 2,52 Euro.

Spendenzweck

Nothilfe Dürre Kenia F121

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