Ein Fahrzeug für YARD

Im zentralkenianischen Gatanga organisieren sich Dorfgemeinschaften und Angehörige, um Aidswaisen und von HIV betroffene Kinder zu versorgen. Dabei werden sie von Sebastian Maina und seiner Organisation Youth Action for Rural Development (YARD) unterstützt. Tausende Kinder begleiteten YARD und das Netzwerk aus Bauerngruppen ins Erwachsenwerden. Dafür ist Fortbewegung notwendig. Doch ihr kleiner Transporter ist zusammengebrochen.

Seit dem Jahr 2000 fallen die HIV-Infektionsraten in Kenia. Dank weit verbreiteter Medikamente sind heute viele Menschen in der Lage, mit HIV ein langes Leben zu führen. Doch immer dann, wenn eine HIV-Infektion und Armut zusammenkommen, ist die Lebenserwartung verkürzt. So auch in Gatanga: Die Armutsrate ist hoch. Durch Saisonarbeit und sehr harte Arbeitsbedingungen auf den großen Blumenfarmen in der Gegend kommt es zu einer hohen Fluktuation in der Bevölkerung. Wie auch in anderen Regionen dieser Erde, wo Saisonarbeit vorherrscht, ist die Verbreitungsrate von HIV/Aids hoch. Besonders betroffen sind auch hier Frauen. Zurück bleiben unversorgte Kinder.

Soziale Netzwerke sind wichtiger Bestandteil

Mehr über YARD

Sebastian Maina Wambugu ist Leiter und Gründer von Youth Action for Rural Development (YARD). Selbst aus einer sehr armen Familie stammend, erarbeitete er sich mit viel Einsatz eine Bildungskarriere und unterstützt mit YARD ein Netzwerk von Bäuer*innen, die Waisen aus ihren Gemeinden als Pflegekinder angenommen haben. Ausgebildet ist er u.a. in nachhaltiger Landwirtschaft, er studierte Entwicklungsmanagement und hat auch ein Diplom als psychologischer Betreuer. Sebastian Maina Wambugu setzt sich dafür ein, dass die Menschen in den Gemeinden auch diese Selbstverwirklichung erreichen können. Er hat über 28 Jahre Erfahrung in gemeindebasierter Entwicklung.

Youth Action for Rural Development (YARD) ist eine gemeinnützige Organisation, die Sebstian Maina Wambugu mit seinen Mitstreiter*innen 1998 gründete. YARD ist seit Aufnahme der Zusammenarbeit im Jahr 2004 ein enger Partner der Zukunftsstiftung Entwicklung. Die Organisation befindet sich im Lower Gatanga Sub-County in Zentralkenia und trägt zur Verbesserung des Lebensstandards der Gemeinden in vier ländlichen Landkreisen bei. Sie richtet sich speziell an elternlose Kinder und Jugendliche sowie an ältere Menschen, meist Frauen, die sich um Waisen und von HIV/AIDS betroffene Kinder kümmern. Die Organisation fördert die Frauen auch auf Gebieten wie organischer Landbau, Saatgut-Erhalt, Energieeinsparung und Umweltrehabilitierung. Die Vision von YARD ist, ein Umfeld zu schaffen, in dem die Gemeindemitglieder – insbesondere junge Menschen – einen angemessenen Platz in der Gesellschaft finden und die Möglichkeit haben, ihre Talente und Stärken für die persönliche und gemeinschaftliche nachhaltige Entwicklung zu nutzen.

Hier kommen die sozialen Netzwerke ins Spiel, die von YARD initiiert und gestärkt werden: Kleinbäuer*innen organisieren sich in Gruppen, nehmen entweder Vollwaisen als Pflegekinder an oder begleiten sie, wenn verwaiste Geschwister im eigenen Haushalt leben wollen. Sie kümmern sich um Kinder, die ihre schwer erkrankten Eltern pflegen oder als Halbwaisen in Ein-Eltern-Familien leben. Häufig bleiben auch Großeltern mit den Kindern zurück. Verlassen die Kinder das Dorf und landen im Heim oder auf der Straße, geht ihr Anspruch auf die kleinen Familienfarmen verloren. Diese sind jedoch essenziell als spätere Lebensgrundlage.

Dieses dörfliche Sicherheitsnetz hat sich in den letzten Jahrzehnten als tragfähig erwiesen. Leider hat nach vielen Jahren zuverlässiger Dienste das Projektfahrzeug den Dienst quittiert: ein gravierender Motorschaden und weitere Abnutzungserscheinungen machen eine Reparatur des 15 Jahre alten Transporters nicht mehr sinnvoll. Ohne dieses Fahrzeug ist YARD aber stark eingeschränkt. Zurzeit mieten sie Wagen und Fahrer, wofür das Budget aber nicht ausreicht.

Ein Transportvehikel für YARD muss viel leisten: So beispielsweise Matratzen für Kinder transportieren.
Neben Matratzen muss das Transportvehikel beispielsweise auch Bienenstöcke für Kleinbäuer*innen transportieren. Ohne ein eigenes Fahrzeug wird die Arbeit von YARD sehr teuer.

Gemeinsam mit einer Schweizer Stiftung möchten wir YARD ein neues Fahrzeug finanzieren, das genug Platz und Ladefläche bietet, um als Transportfahrzeug für Teams, Werkzeug und Materialien zu dienen und im Notfall auch die Kinder zur medizinischen Betreuung zu bringen. Einen Neuwagen anzuschaffen ist kostspielig. Doch rentiert sich die Anschaffung auf lange Sicht. Das Auto hat Garantie, kann lokal gewartet werden und Ersatzteile sind günstig vor Ort zu bekommen. Die notwendige Ausstattung mit Vierradantrieb garantiert, dass das Fahrzeug für viele Jahre seinen Dienst tun wird.

Der Wagen mit großer Ladefläche kostet rund 40.500 Euro. Dank der schweizerischen Stiftung ist ein Großteil der Finanzierung gesichert. YARD leistet 6.000 Euro als Eigenbeitrag, für weitere 7.600 Euro sammeln wir Spenden.