Klempner für den Himalaya

Im Norden Nepals liegt das ehemalige Königreich Mustang, das an Tibet grenzt. Insgesamt umfasst Mustang 2.563 Quadratkilometer und liegt auf über 2.500 Meter Höhe nördlich des großen und bei Treckern sehr beliebten Annapurna-Massivs. Im Regenschatten der umgebenden Berge gelegen, ist es ein sehr trockenes Gebiet. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt um die 250 bis 400 Millimeter. Mustang ist durch den Fluss Kali Gandaki geprägt, der von Nordosten nach Südwesten das Gebiet durchzieht. Dieses Flusstal war einst die Haupthandelsroute zwischen Tibet und Indien für den Salzhandel, der heute nicht mehr existiert. Die etwa 13.500 Einwohner*innen erarbeiten ihren Lebensunterhalt in der subsistenzorientierten Landwirtschaft und im Tourismus. Mustang gehört zum Annapurna Conservation Area Projekt, dem größten Schutzgebiet in Nepal. Der Naturschutz soll dort gefördert werden und gleichzeitig der Tourismus notwendiges Einkommen für die Bevölkerung bringen. Trotzdem sind die Bevölkerungszahlen rückläufig und im Winter wandert gut die Hälfte der Menschen auf der Suche nach Erwerbsmöglichkeiten Richtung Kathmandu oder in indische Grenzgebiete.

Mehr über HimalAsia

Ziel von HimalAsia sind die Wahrung und der Schutz des kulturellen Erbes der Himalaya-Region, und zugleich die Verbesserung der Lebensumstände der in der Region lebenden Menschen. Hierzu initiiert der Verein Gesundheits-, Bildungs- und Einkommensprogramme – immer verbunden mit der Idee, traditionelles Wissen und Handwerk zu bewahren und weiter zu geben. Nach dem schweren Erdbeben im Jahr 2015 engagierte sich der Verein außerdem bei den Wiederaufbaumaßnahmen vor allem in der Region Lo Mantangh und Upper Mustang.
Die Zukunftsstiftung Entwicklung kooperiert mit HimalAsia seit 2012.

HimalAsia – Förderkreis Kulturerbe e.V. wurde 1998 von dem buddhistischen Mönch Zongsar Ngari Chödje Tulku (2008 verstorben) und der Archäologin und Anthropologin Dr. Susanne von der Heide gegründet. Seit Jahrzehnten setzen sie sich für Volksgruppen im Himalaya ein, allen voran in der Region Lo Mantangh, sowie für den Schutz des Kathmandutals und seines kulturellen Erbes.

Die Ausbildung von fünf Klempnern erleichtert das Leben im abgeschiedenen Himalayareich Mustang.


Auch Mustang war von dem Erdbeben 2015 stark betroffen. Beim schleppenden Wiederaufbau stieg die Nachfrage nach Handwerkern, vor allem nach Klempnern, die das kostbare Wasser über Rohrleitungsnetze verteilen. Doch Klempner gibt es bislang in Mustang nicht. Wenn das kostbare Nass im trockenen Mustang aus dem geplatzten Rohr läuft oder neue Rohre verlegt werden sollen, müssen die Klempner aus weiter Ferne, unter Umständen sogar aus der Hauptstadt Kathmandu anrücken. Die Hauptstadt liegt zwar Luftlinie nur 203 Kilometer entfernt, doch wegen der Berge und Straßenverhältnisse kann die Anreise zwei Tage dauern.

Dem soll nun Abhilfe geschaffen werden: Fünf junge Männer aus Mustang sollen die Möglichkeit erhalten, in einer Werkstatt in Bhaktapur bei einem Klempnermeister eine zweimonatige Ausbildung zu machen und im Anschluss von diesem Meister bei schwierigen Bauvorhaben begleitet zu werden.

Für die Ausbildung fallen die folgenden Kosten an: Das Gehalt des Meisters, der Unterhalt für die fünf jungen Männer in Bhaktapur sowie die Reisekosten nach Bhaktapur und zurück. Dazu kommen Kosten für Schulungsmaterialien und Werkzeuge. Jeder der Auszubildenden erhält zum Abschluss einen Werkzeugkasten mit Werkzeugen für die eigenständige Tätigkeit in Mustang. Die jungen Männer verpflichten sich, nach dieser Ausbildung kontinuierlich tätig zu werden, damit die Rohre dicht sind und das Wasser geleitet werden kann.

Insgesamt sind 8.536 Euro notwendig – pro Auszubildenden und Monat 835 Euro.

Lo Mantang in Mustang: Das Dorf mit 800 Einwohner*innen verfügt wie ganz Mustang über wenig Wasser. Gute Leitungssysteme und dichte Rohre sind deshalb von großer Bedeutung.